Im Folgenden stellen die verschiedenen Bereiche der Förderung und individuellen Therapie - kurz "F+iT mit Lisbeth" - ihre Arbeit vor. Ein kurzer Text ermöglicht dem Leser einen kleinen Einblick in unsere Unterrichtsarbeit.
Das gesamte - neu überarbeitete (2010) - Förderkonzept des F+iT Bereichs können Sie hier nachlesen.
Lisbeth steht für Lernen, Individualität, Sprache, Bewegung, Einzelförderung und Therapie
1. Der physiotherapeutische Bereich
Zur Physiotherapie
kommen Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene
- mit angeborenen oder erworbenen Störungen des zentralen Nervensystems, sensomotorischen Auffälligkeiten und kognitiven Beeinträchtigungen
- mit orthopädischen Problemen, wie z.B. Hüftfehlstellungen, Skoliose
Hier findet Einzeltherapie statt, die der Kinderarzt, Hausarzt oder Orthopäde verordnet. Die Therapieziele richten sich nach einem individuellen Befund und Förderplan. Für einige Schüler mit Übergewicht, Haltungs- oder Koordinationsschwäche gibt es ein zusätzliches Bewegungsangebot in Kleingruppen.
Interdisziplinäres
Ziel:
Erweiterung
der Handlungskompetenz und Erreichen größtmöglicher Selbständigkeit
gemäß dem Leitgedanken "Soviel Hilfe wie nötig, so wenig wie
möglich." Die Eigeninitiative des Schülers wird aufgegriffen und er wird
in seinen Fähigkeiten so unterstützt, dass er am Alltagsgeschehen
möglichst aktiv teilnehmen kann.
Schwerpunkte / Förderprinzipien
der Physiotherapie für Schüler mit stärkeren Funktionseinschränkungen:
- Förderung der Eigenaktivität, besonders im Hinblick auf lebenspraktische Fähigkeiten. Dies betrifft Bereiche wie Fortbewegung, An- und Auskleiden, Spielen, Ausruhen etc.
- Vorbeugung und Vermeidung von Folgeerkrankungen, wie Gelenk- und Wirbelsäulenfehlstellungen bzw. Muskelverkürzungen
- Aufrechterhalten von Vitalfunktionen wie Atmung, Kreislauf, Verdauung
- Tipps zum „Handling“ für Betreuungspersonen und Familienmitglieder.
- Wie halte ich den Schüler am Besten fest? Wie kann der Schüler besser sitzen, stehen, gehen? Wie kann der Schüler am meisten aktiv mithelfen?
- Anpassung des Umfeldes, z. B. Lagerungs-, Sitz-, Steh-, Gehhilfen erproben und einsetzen
Um eine optimale Versorgung zu gewährleisten ist ein Austausch und
Kontakt zu Ärzten, Orthopädie- und Schuhtechnikern erforderlich. Ideal
ist, wenn die Bewegungsstrategien in den täglichen Lebensraum umgesetzt
werden. Dazu ist die Zusammenarbeit zwischen Eltern, Lehrern und
Therapeuten wünschenswert.
Schwerpunkte/ Förderprinzipien der Physiotherapie für Schüler bei Koordination- und Gleichgewichtstörungen:
- Erweiterung des Bewegungsrepertoires
- Verbesserung der Handlungs- und Bewegungsplanung
- Förderung der Sicherheit, z. B. beim Überwinden von Hindernissen
2. Die Logopädie
Die Sprache hat eine große Bedeutung für die kognitive, emotionale
und soziale Entwicklung der Persönlichkeit des Menschen. Eine gute
Sprachentwicklung setzt voraus, dass das Kind eine Reihe von
Entwicklungsprozessen ohne Störungen durchlaufen hat. Es muss
grundlegende Fähigkeiten in den Bereichen des Sehens, Hörens, Tastens,
der Grob- und Feinmotorik erworben haben. Viele Schüler sind in diesen
sprachtragenden Basisfunktionen eingeschränkt.
Daraus ergeben sich:
- Fehlfunktionen der Mund- und Gesichtsmuskulatur, welche am Kauen, Schlucken und Sprechen beteiligt ist, d.h. die Koordination und Kraft der Muskeln sowie die Sensibilität sind beeinträchtigt
- Störungen des Sprachverständnisses
- Probleme in der Aussprache
- ein nicht altersentsprechender Wortschatz, Auffälligkeiten in der Satzbildung
Ganzheitliche logopädische Behandlung beinhaltet häufig Elemente zur Förderung
- der Grob- und Feinmotorik
- der Oberflächen- und Tiefenwahrnehmung
- der Hörfähigkeit
- der mundmotorischen Fähigkeiten
- der Artikulation
- des Wortschatzes
- des Satzbaus
- der Persönlichkeitsbildung
Schüler mit erheblichen Störungen der Mundmotorik, die auch
Schwierigkeiten bei der Nahrungsaufnahme haben, werden auf
neurophysiologischer Basis nach den Konzepten von Castillo Morales und
Kay Coombes (Bobath) behandelt.
Der Abschnitt Logopädie orientiert sich bis hierhin an den Ausführungen der Sprachheiltherapeutin Karen Goyer aus der Konzeptschrift "Leben lernen….erleben lernen im Sonderpädagogischen Förderbereich".
3. Der Bereich der Unterstützten Kommunikation (UK)
In der Förderschule mit dem Schwerpunkt geistige Entwicklung haben
wir es häufig mit jungen Menschen zu tun, die nicht oder kaum über
Lautsprache verfügen.
Im Unterricht wie auch im Rahmen logopädischer
Behandlungen nimmt der Bereich der Unterstützten Kommunikation
inzwischen einen hohen Stellenwert ein.
Hier wird in enger
interdisziplinärer Zusammenarbeit mittels pädagogischer und
therapeutischer Maßnahmen eine größtmögliche Erweiterung der
kommunikativen Möglichkeiten des Schülers angestrebt. Die Bedeutsamkeit
des intensiven Austauschs zwischen Pädagogen, Therapeuten und Eltern
sowie, v.a. im Hinblick auf die Anschaffung diverser Hilfsmittel, der
Kontakt zu Ärzten, Krankenkassen und Rehafirmen soll an dieser Stelle
besonders hervorgehoben werden.
Unterstütze Kommunikation umfasst nach Dierker und Liesen die Förderung bzw. den Einsatz von:
- Körpereigenen Kommunikationsformen
- Atmung/Körperspannung, Lidschlag/Blickbewegungen, Gestik/Mimik, Gebärden, verabredete Zeichen, Lautsprache
- Nichttechnischen Kommunikationshilfen
- Realgegenstände, Referenzobjekte, Fotos, Symbole, Schriftzeichen
- Elektronischen Kommunikationshilfen
- Hilfsmittel zur Ansteuerung von elektrischen Geräten oder batteriebetriebenem Spielzeug; diverse einfache (z.B. BigMack, Step-by-Step, Go-Talk) und komplexe Sprachausgabegeräte (z.B. Aladin, Min-Talker, XL-Talker)