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02.02.2012 19:41

Roda-Schule - Alaaf!!

Sessionseröffnung 2012: Unser Prinzenpaar heißt in dieser Session Christian, der II. und Laura, die I. ...

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15.12.2011 18:00

Ein Stein sagt Gott, es tut mir leid

In der Merksteiner Pfarre St. Willibrord geht erstmals eine Schülergruppe der Roda-Schule mit zur Kommunion...

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Förderung und individuelle Therapie

Die Konzeption zur Förderung und individuelle Therapie an der Roda-Schule

 

1. Wie alles anfing - Rückblick

 Was wir heute den F+iT-Bereich nennen, wurde bereits 1987 an der Roda-Schule konzipiert, damals noch unter dem Namen SPM (Sonderpädagogische Maßnahmen).

 

Ziel war es, optimale Fördermöglichkeiten für die Schülerschaft mit besonderen Bedürfnissen zu entwickeln. Die Ausgangsfrage lautete, was bedeutet „Miteinander Leben Lernen“ für diesen Personenkreis und welche Rahmenbedingungen müssen geschaffen werden, um dieses Ziel zu erreichen.


Die Förderung in diesem Bereich wurde von Barbara Breuer unter dem Titel: "Leben lernen – Sonderpädagogische Maßnahmen – ein Förderkonzept der Roda-Schule" beschrieben. 2001 erfolgte auf dieser Basis eine Neufassung, die als offene Konzeption angelegt war und den Stand der Arbeit mit dem Personenkreis der schwerstbehinderten Schülerinnen und Schüler aufzeigte.
Die Bezeichnung – Sonderpädagogische Maßnahmen (SPM) -  wurde vor einigen Jahren umbenannt in - Sonderpädagogischer Förderbereich (SPF). Der Begriff Maßnahmen umschrieb für Pädagogen und Therapeuten nicht mehr die Schwerpunkte der Arbeit. Es wurde assoziiert, Maßnahmen werden durchgeführt, ohne das Miteinander von Pädagogen und Therapeuten im Focus zu halten.
Im Schuljahr 08/09 setzte sich das Kollegium erneut mit der Beschreibung dieses Arbeitsbereiches auseinander und entschied sich letztendlich für die Bezeichnung F+iT. Die Abkürzung F+iT (sprich fit) steht für "Förderung und individuelle Therapie".

2. Förderung und individuelle Therapie ("F+iT") - heute

 Die Schülerschaft


Im F+iT-Bereich erhalten Schülerinnen und Schüler (nachfolgend: Schüler) mit einer Schwerstbehinderung außerhalb ihres vertrauten Klassenverbandes zusätzliche pädagogische und therapeutische Angebote im sogenannten Blockunterricht.


Zum Personenkreis der Menschen mit schwerer Behinderung gehören laut BASS 14-03, § 8 Schüler, "… deren Behinderung auf der Grundlage einer geistigen Behinderung, einer Körperbehinderung oder einer Erziehungsschwierigkeit erheblich über die üblichen Erscheinungsformen hinausgeht oder bei denen zwei oder mehr der Behinderungen Blindheit, Gehörlosigkeit, anhaltend hochgradige Erziehungsschwierigkeiten, geistige Behinderung und hochgradige Körperbehinderung vorliegen."
Aktuell besuchen 23 Schüler den F+iT-Bereich an zwei bis vier Tagen pro Woche für jeweils eine Unterrichtseinheit.
Neben den Blockschülern erhalten zahlreiche Schüler physiotherapeutische und logopädische Behandlungen in den Räumlichkeiten des F+iT-Bereichs.

 

Das Mitarbeiterteam

 

Im F+iT-Bereich arbeiten zur Zeit:

- zwei Sonderpädagoginnen und eine Fachlehrerin (zusammen mit insgesamt 38 Lehrerwochenstunden)
- eine hauseigene Physiotherapeutin (Halbtagsstelle)
- eine Krankenschwester
- vier Physiotherapeuten aus zwei freien Praxen und
- vier Logopädinnen aus zwei Praxen

 

Die Auflistung der verschiedenen Berufsgruppen macht deutlich, dass es tagtäglich zu Überschneidungen der Arbeitsbereiche kommt. Damit dies nicht additiv sondern miteinander verknüpft geschieht, ist ein Leitgedanke des F+iT Konzeptes, den Schüler ganzheitlich, seinen individuellen Bedürfnissen entsprechend zu fördern und seine Gesamtpersönlichkeit im Blick zu halten.


Dies kann nur bei einer engen interdisziplinären Zusammenarbeit zwischen den verschiedenen, an der Förderung beteiligten Berufsgruppen gelingen. Diese Zusammenarbeit setzt einen detaillierten Organisationsplan voraus.

3. Das organisatorische Rahmengerüst

 An vier Vormittagen in der Woche besuchen Schüler den F+iT Bereich.
Um die Unterrichtsangebote dem Alter der Schüler angemessen abstimmen zu können und den organisatorischen Rahmen überschaubar zu gestalten, arbeiten wir in zwei Unterrichtsblöcken. Es findet ein Angebot für den Vor-, Unter- und Mittelstufenbereich in der Zeit von 8.30h bis 9.45h statt und ein weiterer Block für Oberstufenschüler und Schüler aus den Berufspraxisstufen von 10.45h bis 12.15h. Die Schüler befinden sich rechtzeitig zum Frühstück oder zum Mittagessen wieder in ihren Klassenverbänden.
Für jeden Schüler wird eine F+iT Akte angelegt, in der die individuellen Förderbedürfnisse, Erfahrungswerte, Gesprächsprotokolle, eine Übersicht über die Hilfsmittel, Anfallsprotokolle, Zeugniskopien etc. vermerkt sind.
Ein detailliert ausgearbeiteter Organisationsplan gewährleistet die meist reibungslose Koordination zwischen den pädagogischen Angeboten und den therapeutischen Behandlungen.
Im täglichen Teamgespräch (10.00h-10.15h), bei sogenannten Frühstücksgesprächen (alle an der Förderung eines Schülers beteiligten Personen tauschen sich aus) oder bei Hospitationen in den jeweiligen Klassen (F+iT Mitarbeiter hospitieren einmal im Monat während der Frühstückszeit in den Klassen ihrer Schüler) werden die Eindrücke, Ergebnisse und Vorstellungen der verschiedenen Fachdisziplinen transparent. Nur durch den intensiven Austausch können wir eine wirkliche Zusammenarbeit gewährleisten und uns in unserer Arbeit ergänzen und unterstützen.
BFD'ler, FSJ‘ler und Einzelfallhelfer fungieren als Informationsträger und Bindeglied zwischen F+iT Bereich und Klassenteam.

4. Pädagogische Zielintention

 Die Schülergruppe, die nach abgesprochenen Kriterien den F+iT Bereich für ein Schuljahr besucht, weist in allen Entwicklungsbereichen große Kompetenzunterschiede auf. Für viele jedoch ist Grundlage des Unterrichtens der sehr basale, oft körperbezogene Förderbedarf, dem im Klassenverband nicht in ausreichendem Maße entsprochen werden kann.


Neben diesem basalen Förderbedarf sind die Förderziele individuell auf jeden Schüler abgestimmt. Das Rahmengerüst setzt sich zusammen aus der Förderung

 

- zur Selbständigkeit, z.B. beim An- und Ausziehen mithelfen
- der Fähigkeit eigene Bedürfnisse wahrzunehmen
- der Fähigkeit sich mitteilen zu können:

- über die Atmung
- durch Mimik und Gestik bzw. Gebärden
- mit Hilfe von Bildkarten oder elektronischen Hilfsmitteln (Unterstütze Kommunikation)

- von Handlungskompetenzen
- von kognitiven Kompetenzen auf basaler Ebene

 

Unabdingbare Voraussetzung für die Umsetzung der oben genannten Ziele stellen folgende Prinzipien dar:


- den Schüler in seiner Gesamtpersönlichkeit erfassen
- Zutrauen in die Fähigkeiten des Gegenübers bzw. Stärken des Schülers sehen
- die Frage nach der Lebensbedeutsamkeit der Unterrichtsinhalte und Arbeitsschwerpunkte; zum Beispiel bei einer progressiv fortschreitenden Erkrankung eines Schülers, wo es in erster Linie darum gehen sollte, die noch verbliebenen Fähigkeiten zu aktivieren und so lange wie möglich zu erhalten
- das Prinzip der kleinen Schritte
- der großzügige zeitliche Rahmen in Verbindung mit einer guten Besetzung

 

Der Schüler benötigt Zeit, sich auf die jeweilige Situation einzulassen/ einzustellen, um reagieren/ agieren zu können, um Zustimmung oder Ablehnung zu vermitteln. Die Lehr- bzw. Bezugsperson sollte ihm diese Zeit geben können.
Im Klassenverband ist dies nicht immer umzusetzen. Bei schwerstbehinderten Schülern, v.a. den nichtsprechenden, geschieht es allzu häufig, dass wir über ihren Kopf hinweg für sie entscheiden bzw. nicht die Zeit finden, sie wirklich in Entscheidungsprozesse einzubeziehen. Viel zu selten erleben sie sich selbst als diejenigen, die etwas bewirken. Und sicherlich nehmen wir uns nur selten die Zeit, uns von ihnen führen zu lassen.
Ein Mensch, der sich von seiner Umwelt wahr- und ernstgenommen bzw. verstanden fühlt, der erlebt, dass er etwas bewirken kann, ist ein Mensch, dessen Selbstwertempfinden und Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten wächst.

Im Bällchen-Bad

Im F+iT-Bereich werden aufgrund der Rahmenbedingungen, nicht zuletzt der guten personellen Situation wegen, ebensolche intensiven, individuellen Fördersituationen leichter als im Klassenverband ermöglicht.
Der regelmäßige Austausch zwischen den Mitarbeitern des F+iT-Bereichs und dem Klassenteam gewährleistet eine Verschmelzung der verschiedenen Positionen/ Erkenntnisse bezüglich der Fähigkeiten, Bedürfnisse und Fördermöglichkeiten des Schülers.

 

5. Die Räumlichkeiten mit ihren jeweiligen Arbeitsschwerpunkten

 Der F+iT Bereich umfasst verschiedene Räume, die unterschiedliche Nutzungsmöglichkeiten bieten und die Umsetzung verschiedener Förderabsichten ermöglichen. Die individuelle Gestaltung der Eingangstüren gibt den jeweiligen Räumen ihren Namen.

Der Sternenraum

Da ist zunächst die dunkelblau gestrichene Tür des „Sternenraumes“ mit ihren zu ertastenden gelbgoldenen Sternenmotiven. Die verschiedenen Installationen im Raum ermöglichen eine Wahrnehmungsförderung im Sinne eines „Auf-Sich-Wirken-Lassens“. Seit seiner Erstellung hat sich dieser Raum in seiner Gestaltung bewährt.

Im Sternenraum

In der Mitte stehen drei unterschiedlich hohe Blasensäulen, die in einem weich abgepolsterten Podest eingelassen sind. In der rechten Ecke des Raumes ist eine Schall-Licht-Wand installiert. Diese Wand ist mit einer Musikanlage verbunden, die Töne großflächig in Farbe umwandelt. Sie verfügt zusätzlich über ein Mikrofon.
Neben der Schall-Lichtwand liegt ein großflächiges Tastbrett mit wandernden, bunten Lichtpunkten. Hier können Schüler mit entsprechend weicher Unterlage besonders gelagert werden und Tasterfahrungen sammeln.
Unter dem Zeltdach befinden sich eine Spiegelkugel und drei Punktstrahler.
In einer anderen Ecke des Raumes steht das Wasserbett. Es ist mit einer Musikanlage gekoppelt.
Neben all diesen technischen Möglichkeiten bietet der Raum noch genügend Platz, sich bequem in einen Sitzsack zu setzen, auf einer der Matten in einem Berg von Kissen zu versinken oder eine auf den Schüler abgestimmte Lagerungsmöglichkeit außerhalb des Rollstuhls anzubieten.
Betreten Besucher nach vorheriger Anmeldung oder im Rahmen unserer Schulfeste den Sternenraum, so wird für uns Mitarbeiter anhand der Reaktionen einmal mehr aufgefrischt, welche Ausstrahlungskraft dieser Raum besitzt. Mit dem Ausziehen der Schuhe werden Kinder, Jugendliche und Erwachsene gleichsam in eine andere Welt versetzt.

Der Sonnenraum

Die Tür des Sonnenraumes ist mittelblau gestrichen. Der Sonnenball ist in der linken oberen Hälfte kreisrund ausgespart und durch eine Plexiglasscheibe ersetzt. Die Strahlen ziehen sich über die gesamte Tür.
Durch das Guckloch haben alle von außen Kommenden die Möglichkeit, Blickkontakt mit einem der Teammitglieder aufzunehmen, ohne das Geschehen im Raum zu stören. Während im Sternenraum Aspekte des Beruhigens im Vordergrund stehen, bietet der Sonnenraum Komponenten des aktiven Miteinanders. Hier findet zum Beispiel die Begrüßungsrunde der beiden Schülergruppen statt. Die Gestaltung des Raumes wechselt je nach Themenschwerpunkten. Im vergangenen Schuljahr beispielsweise tauchte der gesamte Sonnenraum nacheinander in die Farben blau, rot und grün. Gardinen, das Bällebecken, eine Trockendusche und vielfältige Kleinteile wurden nach der jeweils aktuellen Farbe ausgewählt.

An einer Tischgruppe können Mal- und Bastelaktionen stattfinden oder Schüler nutzen den Arbeitsplatz, um mit der Kommunikationsmappe und elektronischen Hilfsmitteln in Einzelfördersituationen Gespräche zu führen.

Das warme Bewegungsbad

Schüler, die aufgrund der Schwere ihrer Behinderung oder anderen Gründen am Schwimmunterricht des Klassenverbandes nicht teilnehmen, können eine Wasserzeit für das warme Bewegungsbad erhalten. Eine unserer Krankenschwestern und Physiotherapeuten aus freien Praxen begleiten 1:1 ihren Schüler ins Becken.
Die Vor- und Nachbereitung – das heißt: das An- und Ausziehen, der Toilettengang, das Duschen - stehend oder im Duschwagen unter Aspekten der basalen Stimulation - erfolgt federführend durch eine weitere Krankenschwester. Unterstützt wird sie durch angelernte Praktikantinnen und Zivildienstleistende.

Im warmen Bewegungsbad

Die Intimsphäre jedes Schülers erhält während dieser Fördersituation einen besonders hohen Stellenwert.
Die Förderpflege ist hier wesentlicher Bestandteil des Unterrichts und bedeutsame Möglichkeit zum Aufbau und Erhalt zwischenmenschlicher Beziehung. Berührungsängste werden abgebaut, Vertrauen aufgebaut.
Die Erlebniswelt des Wassers erforschen – dieser Aspekt steht später dann beim Besuch des 35° Grad warmen Bewegungsbades im Vordergrund.
Mit dem Wasser vertraut werden, sich bewegen, tragen lassen, sich wohl fühlen, den Besuch genießen.
Das Wasser lässt durch Auftrieb und Widerstand für viele Schüler Bewegungen erst zu, die sie sonst gar nicht durchführen könnten. Das warme Wasser lockert die Muskulatur, die Gelenke und gelenkartige Verbindungen können leichter bewegt werden. Auch in diesem Bereich erfolgt die Arbeit Hand in Hand. Während der erste Schüler sich bereits im Bewegungsbad befindet, wird der Nächste im ersten Unterrichtsblock auf seinen Besuch vorbereitet. Im zweiten Block können drei Schüler das warme Bewegungsbad nutzen.
So ist es möglich, an einem Schulmorgen während zwei Unterrichtsblöcken fünf Schüler zu fördern und somit intensive Einzelbetreuungen zu schaffen.

Der Regenbogenraum

Ein großer Regenbogen überspannt die Tür dieses Raumes. Hier arbeiten die Physiotherapeuten. Ausgestattet ist der Raum mit einer extra großen Behandlungsliege, verschieden großen Bällen, zwei Langbänken, einer Spiegelwand uvm.
Ein weiterer Raum zur physiotherapeutischen Arbeit und zwei kleine Räume für die logopädischen Behandlungen sind in den vergangenen Jahren zum FiT Bereich dazu gekommen.
In den Nachmittagsstunden werden die Räumlichkeiten nach individueller Absprache auch von Klassen genutzt.